Die waltende Stimme

Wir bewegten uns auf dem Berlinertordamm in Richtung Borgfelderstraße. Die Hitze lag flimmernd über dem Straßenpflaster. Aber die gebietende Frauenstimme kommandierte unbarmherzig,

“…noch acht Kilometer geradeaus“.

Wir standen seit frühmorgens auf den Beinen und die Erschöpfung machte sich in unseren Gemütern bereits deutlich bemerkbar.

„Wir kippen alle gleich um.“, murmelte eine Kollegin hinter mir.

Ich sehnte mich nach dem Feierabend bei einem kühlen Glas Alsterwasser. Schließlich befanden wir uns auf der Billstedter Hauptstraße. Unser Ziel war schon deutlich zu erkennen.

„Jetzt sind wir da.“, atmete ich erleichtert auf.

Ich drehte den Zündschlüssel herum und endlich verstummte auch dieses nervige Navigationsgerät…

©Merrill Lyew 2016

4 Kommentare zu „Die waltende Stimme

  1. Lieber Merrill, deine Geschichte fand ich ausgezeichnet, weil es den Lesern erst am Ende der Geschichte klar wird, dass es sich um ein Navigatiosgerät handelt. Auch die Beschreibung zu Anfang der Geschichte fand ich ganz zutreffend: „die gebietende Frauenstimme kommandierte unbarmherzig.“ So kann man den Anfang und das Ende der Geschichte ganz gut verbinden.
    Sevilay

    Gefällt 1 Person

    1. Liebe Sivilay,
      Sehr dankbar, dass du dir die Zeit genommen hast meine Geschichte zu lesen, dankbar auch für deinen Kommentar. Die 180 Grad Wendung am Ende (die eigentliche Pointe) ist die Eigenschaft eines Drabbles.

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