Ausflug zur Central Coast von Kalifornien


Die Central Coast von Kalifornien liegt im mittleren Bereich des Bundesstaates, zwischen San Francisco und Los Angeles. Landwirtschaft, namentlich Weinbau und Tourismus sind die Haupterwerbstätigkeiten dieses Gebiets, sowohl im Küstenbereich als auch im Binnenland. Seit Jahren ist die Gegend um San Luis Obispo, Paso Robles, Cambria und Morro Bay unser Lieblingsausflugsgebiet. Dorthin fahren wir, um den Alltag zuhause zu entkommen. Unterwegs überholen wir zahlreichen Wohnmobilen, die eventuell die selben Reiseziele haben wie wir oder weiter Norden fahren.

Strand in Cambria
Boardwalk in Cambria

Die Hinfahrt dauert zwischen fünf bis sechs Stunden, je nachdem ob wir einen Wochentag oder ein Wochenende wählen. Dagegen kann sich die Rückfahrt bis zu einem halben Tag hinstrecken, weil auf den Autobahnen, je näher man an Los Angeles heranfährt, desto dichter und langsamer der Verkehr und noch schlimmer wird es, wenn ein Feiertag das Wochenende zu einem „long weekend“ verlängert, dann fährt man heim duzenden von Meilen im Kriechtempo.

Schulgebäude in Cambria von 1881
Küstenstraße Moonstone Beach Drive in Cambria
Kraftwerk in Morro Bay
Häuser in der Stadt Morro Bay
Weinbau in Paso Robles entlang der Landstraße 46

Sowohl in Paso Robles als auch in Santa Maria und Santa Barbara, fuhren wir durch „wine country“ um Weine zu verkosten, obwohl wir überhaupt keine Weinkenner sind.

Pasolivo, verschiedene Sorten von Olivenöl

Etwas abgelegen von der Landstraße 46, auf Vineyard Drive, gibt es Pasolivo, ein Olivenölgeschäft.

Weinproben in Paso Robles entlang der Landstraße 46
Weinproben in Santa Maria entlang des Foxen Canyon Wine Trails
Weinproben in Santa Barbara entlang des Foxen Canyon Wine Trails

Weiter im Binnenland gibt es dann die Naturparks Yosemite und Sequoia

Sequoia Baum im Sequoia National Park
Wasserfall im Yosemite National Park
Wasserfall im Yosemite National Park
Gebirgslandschaft im Yosemite National Park
„El Capitan“ in Yosemite National Park

Die Reise


Ich zog die Gardinen des Hotelfensters zurück, das Zimmer hellte sich auf, die warmen Sonnenstrahlen drängten durch die Haut.

Ich holte mir ein buntes Polohemd aus dem Gepäck.

Im kompakten Mietwagen bog ich meine langen Beine zusammen, dann traten wir die ersehnte Tour durch das unbekannte Bergland an. Zügig fuhren wir durch die allzu steilen Straßen. Beim Klettern wurde der Blechkasten merklich langsamer. Dafür raste er mit wahnsinniger Eile bergab. Mein Herz hämmerte hart gegen den Magen. Ich bereute es, überhaupt eingestiegen zu sein.

Endlich blieb der Wagen schnaufend stehen.

Ich schwöre, in eine Achterbahn steige ich nie wieder ein.

Sparmaßnahmen


Sparmaßnahmen

Bild: pixabay.com
Bild: pixabay.com

Beim kalifornischen DMV windet sich die Kundenreihe um das Gebäude herum, wie eine dahinkriechende Schlange.

Die Beamtin Mary müht sich lustlos hinter dem Tresen ab.

Bei jedem Klienten überprüft sie, ob das richtige Formular vorliegt, ob es vollständig ausgefüllt ist, ob der Antrag auf Führerschein rechtens ist. Sie heftet Akten ab, lichtet Passbilder ab, nimmt Fingerabdrücke ab.

Apathisch quält sie sich durch die Minuten des Tages, dabei macht sie einen Patzer nach dem anderen. Aufgrund der Sparmaßnahmen im Staatshaushalt sind die Planstellen halbiert worden, leere Stellen verbleiben leer.

Die Tüchtigen finden anderswo leicht einen Job, nur Mary bleibt beim DMV.

 

Die Ujarrás Ruine in Costa Rica


img_0013-2
Ujarrás-Ruine im Orosi Tal, Cartago, Costa Rica

Die Ruine von Ujarrás liegt im Tal des Orosi Flusses, ein Nebenfluss des Reventazón Stromes in Costa Rica. Das Bauwerk aus Kalk und Bruchsteinen wurde zwischen 1686 und 1693 als Danksagung für den unerwarteten Rückzug der Piraten Edward Mansvelt und Henry Morgan errichtet und steht heute unter Denkmalschutz.

Rund um die Ujarrás Ruine herum gibt es Jahrhundertealte Bäume

img_0023-2
Baum um die Ujarras-Ruine.

Die waltende Stimme


Wir bewegten uns auf dem Berlinertordamm in Richtung Borgfelderstraße. Die Hitze lag flimmernd über dem Straßenpflaster. Aber die gebietende Frauenstimme kommandierte unbarmherzig,

“…noch acht Kilometer geradeaus“.

Wir standen seit frühmorgens auf den Beinen und die Erschöpfung machte sich in unseren Gemütern bereits deutlich bemerkbar.

„Wir kippen alle gleich um.“, murmelte eine Kollegin hinter mir.

Ich sehnte mich nach dem Feierabend bei einem kühlen Glas Alsterwasser. Schließlich befanden wir uns auf der Billstedter Hauptstraße. Unser Ziel war schon deutlich zu erkennen.

„Jetzt sind wir da.“, atmete ich erleichtert auf.

Ich drehte den Zündschlüssel herum und endlich verstummte auch dieses nervige Navigationsgerät…

©Merrill Lyew 2016

Die Anmeldung


Im Sekretariat der Hochschule wurde ich gebeten, erst einmal Platz zu nehmen und zu warten. Kurze Zeit später betrat ein Polizist das Büro und forderte mich auf, ihn auf das Revier zu begleiten, es gebe dort eine wichtige Angelegenheit zu klären.
Arglos folgte ich dem Polizisten, weil ich mir keiner Schuld bewusst war; ich nahm an, dass es sich lediglich um ein Missverständnis handelte.
Im Polizeibüro holte ein älterer Wachtmeister eine Akte aus dem Regal und zeigte mir ein vergilbtes Blatt – ein Fahndungsplakat mit meinem Konterfei als fünfjähriges Kind. Unter einem Fahndungsfoto stand der Name des gesuchten Entführers: meines Vaters…

Die Erbschaft


Herbert sitzt mit besorgtem Gesicht, die zittrigen Hände im weißen Haar, am Tisch im Esszimmer des kleinen Reihenhauses. Eine dunkelblaue, nach Mottenkugeln riechende Jacke hängt an seinem hageren Körper wie ein ausgeleierter Kittel. Er wartet ungeduldig auf seinen Sohn, denn er will sein Vorhaben möglichst bald erledigen.

Günther hastet aus seinem Schlafzimmer zum Wandspiegel in der Diele. Schnell schiebt er die Krawatte zurecht und glättet noch einmal sein Haar. Heute muss er gut aussehen, denn Susanne wartet auf ihn. Er kann es kaum erwarten, bei ihr zu sein. Deshalb schlägt er seinem Vater vor, ihn zuerst ins Altersheim zu bringen und dann später noch einmal bei ihm vorbeizuschauen. Schweren Herzens erklärt sich Herbert einverstanden, fügt aber mit weicher Stimme hinzu:

„Vergiss es bitte nicht, es ist sehr wichtig; und vergiss die Tasche nicht!“ Günther hört nur flüchtig hin.

„Ja, ja, Vati“, erwidert er unaufmerksam.

„Ich komme bestimmt, du kennst mich doch. Jetzt müssen wir aber schnell zum Auto.“

Eine leichte Brise weht den Duft von frisch gemähtem Gras durch den Stadtpark. Susanne reagiert mit heftigem Niesen und geröteten Augen darauf. Sie wartet bereits zehn Minuten auf der Parkbank am Brunnen, wo sie sich treffen wollten.

„Ich merke schon, Du bist allergisch gegen mich“, scherzt Günther, als er auf sie zu geht.

„Das glaube ich auch, du Witzbold.“ Susanne muss erneut niesen.

„Gehen wir ins Kino“, fragt sie schniefend, „es ist ganz in der Nähe?“

„Was wird gezeigt?“

„Das Schloss“, antwortet die Kollegin.

Günther lässt sich kein zweites Mal bitten, obwohl er in der Schulzeit dem Roman nichts abgewinnen konnte. Für Susanne hätte er fast alles getan.

Wieder zu Hause zieht Günther seine schwarzen Lackschuhe aus, serviert sich ein Glas Scotch, setzt sich aufs Liegesofa und tastet nach der Fernsehfernbedienung; er will sich ein wenig entspannen. Da erklingt ein Glockenschlag wie von Big Ben, es ist sein Handy. In dem Augenblick fiel ihm ein, dass er am Altersheim vorbeifahren wollte.

„Ja, der bin ich“, antwortet Günther dem Anrufer freundlich.

Dann schaut er schreckensbleich mit weit geöffneten Augen ins Leere. Er muss heftig schlucken, um den Kloß in seinem Hals hinunterzuwürgen.

„Wie bitte?“, wispert er mit bebenden Lippen. „Wie… wieso tot? Ich …“

Sein schwankender Blick fällt auf die Aktentasche, in der das Testament steckt, in dem nur noch Datum und Unterschrift seines Vaters fehlen.

©Merrill Lyew 2016